Mitarbeiter als Markenbotschafter – aber bitte ohne Zwang und peinliche Posts
Viele Unternehmen wünschen sich Markenbotschafter. Mitarbeiter, die stolz über ihren Job sprechen, Inhalte teilen, Einblicke geben. In der Realität endet dieser Wunsch jedoch oft in Zwang, Vorgaben und peinlichen Social-Media-Posts. „Teilt das bitte alle.“ „Postet doch mal etwas.“ „Zeigt, wie toll wir sind.“
Das Ergebnis ist meist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll: Unsicherheit, Ablehnung und unauthentische Kommunikation.
Echte Markenbotschafter lassen sich nicht verordnen. Sie entstehen – oder eben nicht.
Warum Zwang im Employer Branding immer scheitert
Markenbotschafter funktionieren nur dann, wenn Identifikation vorhanden ist. Wer sich mit dem Unternehmen verbunden fühlt, erzählt von selbst darüber. Wer sich nicht gesehen, gehört oder ernst genommen fühlt, wird auch nichts Positives nach außen tragen – egal wie gut die Vorlage ist.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen „Mitarbeiterkommunikation“ und echter Arbeitgebermarke. Employer Branding lebt davon, dass Menschen freiwillig sprechen. Alles andere ist Inszenierung.
Markenbotschafter entstehen im Alltag, nicht im Marketing
Ob Mitarbeiter zu Markenbotschaftern werden, entscheidet sich nicht auf Social Media. Es entscheidet sich im Arbeitsalltag. In Gesprächen. In Entscheidungen. In der Art, wie Führung gelebt wird.
Menschen sprechen über ihren Job – immer. Die Frage ist nur: Wie? Begeistert? Neutral? Oder frustriert? Markenbotschafter entstehen dann, wenn Mitarbeiter sich ernst genommen fühlen, Verantwortung tragen dürfen und wissen, wofür ihr Unternehmen steht.
Ein klarer Außenauftritt und ein stimmiger Markenauftritt helfen dabei enorm. Denn niemand kann etwas glaubwürdig vertreten, das selbst nicht klar definiert ist.
Social Media ist nur die Bühne – nicht die Ursache
Viele Unternehmen verwechseln Ursache und Wirkung. Sie glauben, Social Media mache Mitarbeiter zu Markenbotschaftern. In Wahrheit ist Social Media nur die Bühne. Ob jemand diese Bühne nutzt, entscheidet sich vorher.
Wenn Mitarbeiter posten, dann nicht wegen eines Redaktionsplans, sondern weil sie etwas teilen wollen. Einen Erfolg. Einen Moment. Eine Haltung. Deshalb funktionieren auch keine einheitlichen Textbausteine oder vorgeschriebenen Inhalte.
Warum Social Media trotzdem wichtig ist – aber anders gedacht werden muss – liest Du im Beitrag Warum Social Media kein Recruiting-Kanal ist – und trotzdem unverzichtbar.
Markenbotschafter sind kein Ziel – sondern ein Ergebnis
Unternehmen, die Markenbotschafter erzwingen wollen, setzen am falschen Punkt an. Wer stattdessen an Identifikation, Klarheit und Mitarbeiterbindung arbeitet, bekommt Markenbotschafter automatisch.
Denn Menschen, die bleiben wollen, empfehlen weiter. Menschen, die sich wohlfühlen, sprechen positiv. Und Menschen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, vertreten es – ohne Aufforderung.
Genau deshalb ist das Thema Mitarbeiterbindung untrennbar mit Markenbotschaftern verbunden.